GeoChange-Forschungssymposium in Campos do Jordão

Parallel zur „GeoInfo-Konferenz 2010“ veranstalteten die brasilianische Weltraumbehörde (INPE) und das Institut für Geoinformatik der Universität Münster (ifgi) das Forschungssymposium „GIScience for Environmental Change („GeoChange“)“. Es fand am 27. November 2010 in Campos do Jordão, Brasilien, statt und führte Global Player und auch Nachwuchswissenschaftler im Bereich Geoinformatik zusammen.

Teilnehmer des GeoChange-Symposiums (Quelle: Uni Münster)
Wandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – schließlich greift die Menschheit massiv in die Ökosysteme der Erde ein, verändert ländliche und städtische Räume in beispiellosem Tempo. Will man diese Veränderungen erfassen, reichen die derzeit gängigen Geoinformationssysteme (GIS) und ihren Anwendungen nicht aus, da sie – wenn überhaupt – zeitlich-räumliche Veränderungen nur unzureichend verarbeiten. Ein lohnendes Forschungsfeld also für Geoinformatiker!

Umweltveränderungen erfassen

Auf dem GeoChange-Symposium am 27.11.2010 diskutierten deutsche und brasilianische Experten darüber, wie die Geoinformatik einen Beitrag zum besseren Verständnis und Management der Veränderungen in der Umwelt leisten kann und stellten ihre wissenschaftlichen Lösungsansätze vor. Dabei standen folgende Forschungsthemen im Mittelpunkt: „Data sources for GeoChange research“, “Sensing change”,“Change and scale – spatial and temporal” sowie “Combining statistical and ontological models”. Die in Workshops erarbeiteten Ergebnisse sind in naher Zukunft auch anderen Wissenschaftskreisen zugänglich: Die Lösungsansätze werden in Forschungsmagazinen publiziert oder auf Fachkonferenzen präsentiert, zum Beispiel auf der „Geoinformatik 2011“, die vom 15. bis 17. Juni 2011 in Münster stattfindet.

Internationale GI-Netzwerke aufbauen

Darüber hinaus bot das GeoChange-Symposium, das begleitend zur bedeutendsten lateinamerikanischen Konferenz im Bereich GIScience, der „GeoInfo-Konferenz 2010“ tagte, Netzwerkmöglichkeiten, um Kontakte und Kooperationen zwischen deutschen und brasilianischen Forschungseinrichtungen zu etablieren oder zu intensivieren. Die langjährige Zusammenarbeit von INPE und ifgi wurde vertieft und erhielt über die Einbindung von Nachwuchswissenschaftlern neue Impulse. Auch junge brasilianische Forscher, die nicht mit INPE und ifgi verbunden waren, hatten die Möglichkeit, über Ausschreibungen am Symposium mitzuwirken.
Schließlich galt und gilt es, wissenschaftliche Ergebnisse im rasch wachsenden Wissenschaftsgebiet Geoinformatik zu erzielen, die Aufmerksamkeit der brasilianischen Geoinformatik-Community, insbesondere von jungen Wissenschaftlern, auf die Internationalisierung der Forschung zu lenken und zusätzliche potentielle Partner in Brasilien für weitere Kooperationen zu gewinnen.
Das „GeoChange-Symposium“ wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des „Deutsch-Brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation (DBWTI)“ gefördert.

Infos INPE und ifgi

Research Symposium GIScience for Environmental Change - GeoChange
GeoInfo-Konferenz
Brazilian National Institute for Space Research - INPE
Institut für Geoinformatik - ifgi
Pressemitteilung upm 

Bisherige Zusammenarbeit INPE und ifgi:

Beide Institute sind auf ihre Weise „Global Player“, INPE als eine weltweit angesehene Raumfahrtagentur und ifgi als eines der weltweit führenden Institute im Bereich GI Science.
INPE und ifgi arbeiten seit
vielen Jahren zusammen, zum Beispiel in zwei ALFA-Projekten regelmäßigen Forschungs-kontakten, Unterstützung bei Konferenzen, Austausch von Kursen, Studierendenmobilität und einem zehntägigen, von der DFG geförderten Forschungsworkshop -
GIScience for Dynamic Environmental Change 2009 in Brasilien. INPE und ifgi verbinden gemeinsame Forschungsinteressen, -aktivi-täten und -ziele, wobei sich das jeweilige Knowhow und die methodischen Ansätze hervorragend ergänzen – eine gute Basis für die Fortführung und Intensivierung der bisherigen Zusammenarbeit.

 

Kontakt:
Universität Münster
Dr. Christoph Brox

broxc@uni-muenster.de