Agrarforschung: EMBRAPA-Delegation sondiert Kooperationsmöglichkeiten

Die brasilianische Agrarforschungsgesellschaft EMBRAPA (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária), eine der größten Agrarforschungsorganisationen weltweit, betreibt Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Landwirtschaft, Viehzucht, Versorgung und Ernährung. Anfang Oktober 2010 reiste eine EMBRAPA-Delegation nach Deutschland, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten – und davon gab es viele.
Gleich zwei Ministerien, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), luden die EMBRAPA-Delegation unter der Leitung von Dr. Luciano Nass, dem Leiter für Wissenschaftskooperation und internationale Zusammenarbeit, nach Deutschland ein - schließlich gilt es, deutsch-brasilianische Kooperationen in der Agrar- und Ernährungsforschung zu vertiefen. Auf dem Programm standen zum einen der Besuch renommierter deutscher Forschungseinrichtungen, zum anderen Gespräche mit Vertretern der Institute und Ministerien.

Der erste Teil der Reise, organisiert vom BMBF, führte die Delegation am 4.10.2010 an die RWTH Aachen, erkundete dort das Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" und besuchte anschließend die Institute für Agrosphäre und Phytosphäre am Forschungszentrum Jülich. Tags drauf ging es zum Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie, zu den Außenlaboren der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn am Campus Klein-Altendorf sowie zum Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln.

Ab dem 6. Oktober übernahm das BMELV in Braunschweig die Regie und stellte der brasilianischen Agrardelegation seine dortigen Bundesforschungsinstitute, das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) und das Julius Kühn-Institut (JKI) vor. Abgerundet wurde das Informationsangebot durch Präsentationen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), des Karlsruher Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel sowie der  Deutschen Agrarforschungsallianz (dafa).

Zum Abschluss der Reise kam die Delegation am 8.10. in Berlin zusammen, hier ein erstes Fazit: Die EMBRAPA-Delegation war von den besuchten Instituten und seinen Forschungsleistungen beeindruckt und strebt in Abstimmung mit BMBF und BMELV eine Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen an, eine Festlegung auf konkrete Institute erfolgte bislang nicht. Darüber hinaus zeigte sich die Delegation an projektbezogenen Kooperationen und an der Zusammenarbeit mit Unternehmen interessiert. Im nächsten Schritt werden thematische Prioritäten für die bilaterale Zusammenarbeit festgelegt, eine deutsche Delegationsreise zu bioökonomischen Themen nach Brasilien sowie Austausch-Programme für Studierende und Doktoranden der beteiligten Institutionen vorbereitet.

EMBRAPA & LABEX

Die brasilianische Forschungsorganisation EMBRAPA mit Hauptsitz in Brasilia ist dem Landwirtschaftsministerium MAPA nachgeordnet und mit 38 Forschungsinstituten sowie 14 Verwaltungs- und Dienstleistungszentren über das ganze Land verteilt. Der Haushalt der Forschungsorganisation beträgt über 400 Millionen Euro jährlich, Tendenz steigend. Die rund 8600 Mitarbeiter starke Organisation deckt praktisch alle für die brasilianische Agrarproduktion bedeutsamen Themen ab.
Dank zahlreicher Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen ist EMPRAPA gut vernetzt, nicht nur in Südamerika, sondern weltweit, etwa dem Forschungskontakt-Netzwerk LABEX („Laboratórios Virtuais da Embrapa no Exterior“).
LABEX-Wissenschaftler forschen jeweils an einem Institut vor Ort und knüpfen zugleich Verbindungen zwischen Forschungseinrichtungen Brasiliens und ihres Gastlandes. EMBRAPA plant, ihr Forschungskontakt-Netzwerk LABEX auf Deutschland auszudehnen, um deutsch-brasilianische Kooperationen in der Agrar- und Ernährungsforschung zu vertiefen.

Kontakt:
Dr. Matthias Frattini
Internationales Büro des BMBF
matthias.frattini@dlr.de