Ausgebaut: deutsch-brasilianische Zusammenarbeit in der Biotechnologie

Im November 2009 diskutierten deutsche und brasilianische Experten beim „Innovationsforum Biotechnologie“ in Sao Paulo mögliche Forschungsvorhaben in den Bereichen Life Science, Bio- und Nanotechnologie. Beim Follow-up in Deutschland, das parallel zur BIOTECHNICA 2010 stattfand, nahm die Zusammenarbeit konkretere Formen an.

Teilnehmer des Innovationsforums Aachen auf der Biotechnica 2010 in Hannover (Quelle: BMBF)
Passend zur BIOTECHNICA 2010, die vom 5. bis 7. Oktober in Hannover tagte, reisten organisiert von den ICON-Instituten in Köln, acht brasilianische Experten zum Follow-up des Innovationsforums Biotechnologie nach Deutschland. Vertreten waren Wissenschaftler der Bundesuniversität in Fortaleza, der Universität Sao Paulo (USP), der Bundesuniversität Gesundheitswissenschaften Rio Grande do Sul in Porto Alegre und der nationalen Forschungseinrichtung für Bioethanol in Campinas. Mit im Gepäck hatten sie konkrete Projektvorschläge, die sie während des Innovationsforums  im November 2009 in Sao Paulo erarbeitet hatten.

 

Forschung erleben und gestalten

Fünf Tage lang nutzten die brasilianischen Wissenschaftler die Gelegenheit, sich mit dem Forschungsstandort Deutschland vertraut zu machen und ihre in Sao Paulo  zu Kollegen aus Deutschland geknüpften Kontakte zu vertiefen. Neben Fachvorträgen, Workshops und geführten Messe-Rundgängen standen Besuche in deutschen Forschungseinrichtungen auf dem Programm, so im Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich, am Universitätsklinikum der RWTH Aachen im Institut für Kardiovaskuläre Molekularbiologie und an der RWTH Aachen im Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie. Bei Letzterem, im Institut von Prof. Dr. Rainer Fischer, fand auch das eintägige Nachfolgetreffen des Innovationsforums Biotechnologie statt.

 

Follow-up mit konkreten Ergebnissen

An diesen Treffen, das Prof. Dr. Gerd Wassenberg ven der FH Gelsenkirchen moderierte, nahmen von deutscher Seite ferner Professor Dr. Dirk Prüfer vom Institut für Biochemie und Pflanzenbiotechnologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Dr. Peter König vom Leibniz Institut für Neue Materialien aus Saarbrücken, Prof. Dr. Petra Radehaus, Bereich Biotechnologie der Hochschule Mittweida, Frau Antje Ballentin vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Dr. Matthias Frattini vom Internationalen Büro des BMBF teil. Ziel des Treffens war, die Zusammenarbeit zu konkretisieren. Und dies ist den Beteiligten auch gelungen: Für die Gebiete Toxikologie, klinische Tests, Ökotoxikologie, Nahrungsmitteltechnologie, Bioethanol und Umweltbiologie haben sie eine intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit vereinbart. „Wir haben den Eindruck, dass die deutschen Gastgeber eine echte Partnerschaft mit uns suchen, eine Partnerschaft, aus der beide Seiten Nutzen ziehen und innerhalb dieser beide wachsen können“, so ein erstes Fazit von Professorin Dr. Claudia do Pessoa von der Bundesuniversität in Fortaleza.
Die brasilianische Delegationsreise fand im Rahmen des „Deutsch-Brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/2011“ statt.

Film zur "Biotechnica"

Innovationsforen

Seit einigen Jahren veranstaltet das Internationale Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundes-republik Deutschland soge-nannte Innovationsforen, um für den Forschungsstandort Deutschland weltweit zu werben und ihn international zu vernetzen.
Im Zentrum der mehrtätigen Veranstaltungen in den jeweiligen Zielländern stehen zukunftsrelevante Themen, die auch in der Hightech-Strategie der Bundesregierung festgelegt wurden, wie Produktionstechnologie, Nanotechnologie, Logistik, Informations- und Kommuni-kationstechnologie, Umwelt-
und Biotechnologie sowie Life Science.
Bei den Innovationsforen wie auch bei den anschließenden Nachfolgetreffen in Deutschland lernen die Teilnehmer den Stand der Forschung wie auch die jeweils anderen Forschungs-standorte kennen und erhalten so die Möglichkeit, sich zu vernetzen und gemeinsame Forschungsvorhaben voranzubringen.

Kontakt:

Jürgen Mähler, ICON-Institute, juergen.maehler@icon-institute.de