Wasser marsch! Brasilianische Delegation besucht IFAT ENTSORGA

Vom 13. bis 17. September 2010 zieht die IFAT ENTSORGA – die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft – Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter aus der ganzen Welt nach München. Auch eine brasilianische Delegation des Verbundprojektes „IWAS-Água DF“ informiert sich dort über innovative Technologien im Wassersektor und knüpft Kontakte zu deutschen Industriepartnern.

IWAS-Workshop
Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt „IWAS-Água DF“ hat das Ziel, unter Federführung des UFZ und der TU Dresden und in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Brasília sowie dem regionalen Wasserver- und Abwasserentsorger CAESB, ein Wassermanagementkonzept für den über 2,5 Millionen Einwohner zählenden Bundesdistrikt Brasília zu entwickeln. Eine Herausforderung, denn schon in naher Zukunft wird aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums der Wasserbedarf sowohl die zur Verfügung stehende Wassermenge als auch die Systemkapazitäten erheblich übersteigen. Daher erarbeitet das deutsch-brasilianische IWAS-Team in 11 Arbeitsgruppen ein „Integrated Water Resources Management System“, das die natürlichen Rahmenbedingungen (etwa Klima, Wasserressourcen, Landnutzung), das Wasserversorgungs- und Wasserentsorgungssystem (Trinkwasser- und Abwasserbehandlung, Trinkwasserverteilungsnetz) und das Wasserressourcen-Management berücksichtigt.

Neueste Wassertechnologien auf der IFAT

Nach diversen Workshops steht nun im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Wissenschaftsjahres ein Deutschlandbesuch an, termingerecht zur IFAT ENTSORGA. Über 2600 nationale wie internationale Aussteller stellen dort ihre neuesten Produkte und Services rund um Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft vor, auch das Rahmenprogramm passt perfekt: Neben Fachvorträgen und Länderstudien tagt dort das „15. INTERNATIONALE SYMPOSIUM WASSER, ABWASSER, ABFALL, ENERGIE“, das sich auch der nachhaltigen Wasserwirtschaft widmet – angefangen vom Regenwasser bis hin zum Klärschlammmanagement. Eine hervorragende Gelegenheit für die brasilianische IWAS-Delegation, sich über innovative Technologien im Wassersektor zu informieren und auszutauschen. Darüber hinaus wollen die Wasserforscher der Universität von Brasília, die Experten von CAESB, dem Wasserversorger und Abwasserentsorger für den Federal District Brasília und die Vertreter der Novacap, einem Staatsunternehmen für die Regenentwässerung für den Federal District Brasília den Kontakt zu deutschen Industriepartnern aufbauen, auch Exkursionen zu deutschen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungs-Unternehmen stehen auf dem Programm.

Kontakt IFAT ENTSORGA

Prof. Holger Weiß
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

holger.weiss@ufz.de

IWAS

Mit „IWAS“ (Internationale WasserforschungsAllianz Sachsen) entwickelt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ und die Technische Universität Dresden unter Einbindung regionaler und internationaler Forschungs- und Industriepartner angepasste Systemlösungen für die jeweiligen Wasserprobleme in fünf Modellregionen der Welt: in Lateinamerika, Osteuropa, Zentralasien, Südostasien und dem Mittleren Osten. In Lateinamerika steht mit „IWAS-Àgua DF“ die Region rund um die Hauptstadt Brasília im Fokus. Unter Federführung des UFZ und der TU Dresden und in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Brasília sowie dem regionalen Wasserver- und Abwasserentsorger CAESB wird ein nachhaltiges Wassermanagementkonzept für Brasília erarbeitet. Weitere deutsche Partner sind das Karlsruhe Institute of Technology, die Universität der Bundeswehr München und Sachsen Wasser GmbH, auf brasilianischer Seite sind auch das Nationale Institut für Meteorologie (INMET), die Forschungsanstalt für Landwirtschaft (Embrapa) und Novacap (Staatliches Unternehmen für Regenentwässerung) beteiligt. Das Projekt wird seit März 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Weitere Informationen zu IWAS unter: http://www.ufz.de/index.php?de=17427