Lateinamerikanische FuE-Delegation besucht im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Jahres Hannover Messe

Mitte April hatte eine Vulkanaschewolke den Flugverkehr über Europa lahmgelegt, die Reisepläne von Abertausenden auf den Kopf gestellt – auch die der lateinamerikanischen FuE-Delegation, die vom BMBF zur Hannover-Messe eingeladen worden war. Doch 6 der 23 Gäste hatten Glück im Unglück.

Mitglieder der lateinamerikanischen Delegation auf der Hannovermesse 2010. (Foto: IB des BMBF)
Alles war detailliert geplant: Eine 23-köpfige Delegation aus Lateinamerika sollte vom 19.-23.4.2010 die Hannover-Messe besuchen, um Deutschland als Innovationsstandort kennenzulernen, FuE-Netzwerke auszubauen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten zu diskutieren. Im Fokus standen Produktions- und Umwelttechnologien. Entsprechende Messerundgänge waren geplant, Gespräche mit deutschen Forschungs- und Entwicklungsexperten arrangiert, ein Besuchsprogramm ausgearbeitet. Zudem stellte sich das „Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11“ den Gästen aus Lateinamerika und allen Besuchern der Hannover Messe an einem eigenen Stand vor. Aufgrund der Flugschwierigkeiten erreichten nur sechs der 23 auserwählten Gäste aus Brasilien (Prof. Erwin Tochtrop , Pro-Rektor der Lutheran University und Lucas Freitas Berti , Doktorand in Hamburg, in Vertretung für Prof. Dr. Dachamir Hotza, Federal University of Santa Catarina), Mexico (Ing.  David Lopez Estrada vom Centro de Estudios para la Fotosintesis Humana, Violeta Bravo Sepúlvida vom Centro de Investigación y Desarrollo Tecnologico und Reynaldo Vela Coreño, General Manager der Firma GACELA Sustainable Contruction S. de RL de CV) und Uruguay (Prof. Ricardo Gonzalez Badano von der Universidad de Montevideo) die Messe, wo sie ein professionelles Programm und eine individuelle Betreuung erwartete.

Maßgeschneidertes Programm zu Umwelt- und Produktionstechnologien

Neben geführten Messerundgängen nahm die Zusammenarbeit zwischen Lateinamerika und Deutschland gebührenden Raum ein. So erläuterte Frau Dr. Ehrhardt, Leiterin des Referats für die Zusammenarbeit mit Nord- und Südamerika im BMBF, die Grundsatzfragen der Internationalen Zusammenarbeit und die Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung. Frau Dr. Splett, Internationales Büro (IB) des BMBF, stellte Projekte und Kooperationspläne in Lateinamerika sowie das „Deutsch-Brasilianische Jahr der Technologie, Wissenschaft und Innovation 2010/2011“ vor. Darüber hinaus informierte Herr Kergel, VDI/VDE, über bestehende Kompetenznetze, auch „case studies“ aus der Produktions- und Umwelttechnologie wurden präsentiert.
Bei der Theorie sollte es jedoch nicht bleiben, schließlich galt es, Kontakte und Kooperationsmöglichkeiten anzubahnen. Daher hatte das BMBF zudem Gespräche mit führenden deutschen FuE-Experten arrangiert. Neben dem Fraunhofer Institut IML in Dortmund und dem Werkzeugmaschinenlabor in Aachen standen etwa das Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz der TU Hamburg-Harburg, das Zentrum für Brennstoffzellentechnologie in Duisburg sowie das Institut für Aufbereitung und Recycling in Aachen auf dem Programm. Bei den Fachbesuchen lernten die Gäste nicht nur die Struktur der deutschen Forschungs- und Universitätslandschaft sowie deutsche Netzwerke und Cluster kennen, sondern konnten zudem persönliche Kontakte für potenzielle Kooperationen aufbauen.

Positive Resonanz

Die Delegation hatte letztlich Glück im Asche-Unglück: Auf Grund der geringen Teilnehmerzahl konnte jeder Gast individuell und besonders aufmerksam betreut werden. Wie Gespräche und auch ein Evaluierungsbogen zeigte, war die Delegation mit ihrer Reise überaus zufrieden: Dank der persönlichen Einzelgespräche, so ihr Fazit, konnten gute Kontakte aufgebaut und konkrete Projekte angebahnt werden. Auch die Hannover-Messe an sich und die dort geführten Besuche kamen gut an. Besonders interessant fanden sie die Einladungen bei Forschungseinrichtungen, bei denen sie auch die Arbeitsbedingungen vor Ort, etwa Laboratorien oder Equipment, hautnah erleben konnten. So wurden bei der konkreten Frage, mit welchen Institutionen eine Kooperation wünschenswert sei, namentlich die besuchten Institute hervorgehoben. Alle sechs Teilnehmer sind davon überzeugt: Der Aufenthalt beeinflusst ihre künftige Kooperation mit Deutschland positiv und bringt sie nach vorne.

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