BRAGECRIM: Thinktank für nachhaltige Produktionstechnologien

Über 30 Forschungsinstitute bündeln ihr Wissen im deutsch-brasilianischen Forschungsverbund BRAGECRIM (Brazilian German Collaborative Research Initiative in Manufacturing Technology). Ihr Ziel: die Entwicklung von nachhaltigen und innovativen Produktionstechnologien. BRAGECRIM wurde im Rahmen der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in München innerhalb des Panel VII "Innovationen – Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperation" präsentiert.

Herr Prof. Robert Schmitt von der RWTH AACHEN während der Präsentation über BRAGECRIM.
(Foto: BDI)
Produktionstechnologien spielen eine essentielle, wenn nicht existenzielle Rolle für eine nachhaltige Entwicklung eines jeden Landes, sei es in ökonomischer oder sozialer Hinsicht. Umso wichtiger ist es, Produktionstechnologien unter dem Blickwinkel der nachhaltigen Wertschöpfung zu betrachten, also bei der Produktion den gesamten Zyklus der wirtschaftlichen Aktivität im Auge zu behalten: angefangen von der Gewinnung und Bereitstellung von Energie und Rohstoffen, über Produktentwicklung, Produktion und Vertrieb bis hin zum Gebrauch der Produkte oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen und schließlich bis zur Verwertung und Wiederaufbereitung. Will man im Zeitalter der Globalisierung und Ressourcenknappheit wettbewerbs- und überlebensfähig bleiben, machen kurzfristige „Insellösungen“ keinen Sinn. Dies gilt auch für die Wissenschaft, die sich mit der Weiterentwicklung von nachhaltigen Produktionstechnologien befasst.

Lösungsstrategien für die Zukunft

Wie gestaltet man Arbeit, wie die Produkte von morgen, und zwar so, dass sie auch übermorgen noch nutzbar sind? Diese existentiellen Fragen lassen sich nicht von einzelnen Wissenschaftlern oder Forschungsinstituten beantworten. Nur wenn Universitäten, Forschungsinstitute, Forschungsförderungsorganisationen, Wirtschaft und Politik mit einander kooperieren, lassen sich nachhaltige Lösungsstrategien für die Zukunft erarbeiten. Ein herausragendes Beispiel dafür ist der deutsch-brasilianische Forschungsverbund BRAGECRIM – Brazilian German Collaborative Research Initiative in Manufacturing Technology, ein Thinktank für nachhaltige Produktionstechnologien. Und ein Vorreiter des „Deutsch-Brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11“.

BRAGECRIM: Innovationsforschung für morgen

Das Memorandum of Understanding zu BRAGECRIM wurde am 14. Mai 2008 im Beisein von Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Lula in Brasília gezeichnet und zielt auf eine koordinierte Zusammenarbeit von exzellenten deutschen und brasilianischen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Produktions- und Fertigungstechnik ab. Der Fokus liegt dabei auf der grundlagenorientierten „Innovationsforschung für morgen“. Derzeit werden 16 BRAGECRIM Projekte von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und drei brasilianischen Partnerorganisationen (CAPES, die Nachwuchsfördereinrichtung für exzellente Wissenschaftler, FINEP, die Brasilianische Innovations-Agentur und CNPq, der Nationale Forschungsrat) gefördert.
Über die Zusammenarbeit von Forschungsförderorganisationen, Universitäten und Forschungsinstituten, darunter maßgeblich Fraunhofer, führt BRAGECRIM die Forschungsaktivitäten sowohl im Grundlagenbereich als auch im Transfer- und Anwendungsbereich in Kooperation mit Industrieunternehmen zusammen. Gebündelte Innovationskraft also, für die Entwicklung nachhaltiger Produktionstechnologien.

Kooperationen für die Zukunft

„BRAGEGRIM hat weit mehr als eine rein technische Dimension“, betont Prof. Dr.-Ing. Robert Schmitt, Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen. „Über den wissenschaftlichen Austausch mit Brasilien, der bei uns an der RWTH Aachen seit drei Forschergenerationen gewachsen ist, gewinnen wir neue Denkanstöße und Lösungswege, über Kultur- und Landesgrenzen hinweg. Diese und weitere Kooperationen mit Forschungseinrichtungen in Deutschland sind die Basis, unsere Aktivitäten für die Entwicklung nachhaltiger Produktionstechnologien zu bündeln und Forschungsförderungsorganisationen  für unsere Arbeit zu gewinnen. Forschung braucht Partner – und die haben wir in BRAGECRIM!“
Informationen zum Forschungsverbund BRAGECRIM finden Sie in der beigefügten Präsentation. Sie wurde am 1. Juni 2010 im Rahmen der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in München innerhalb des Panel VII "Innovationen – Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperation" präsentiert. 

Partnerübersicht BRAGECRIM

BRAGECRIM verbindet exzellente Forschungspartner aus Deutschland und Brasilien: rund 30 Forschungsinstitute. Hinter den Forschungsinstituten von rund 20 Universitäten und der Fraunhofer Gesellschaft stehen Kontakte zu Industrieunternehmen, für die BRAGECRIM von enormer Bedeutung ist.

Deutschland:

  • RWTH Aachen + Fraunhofer IPT (Koordination)
  • TU Braunschweig
  • TU Ilmenau
  • Uni Stuttgart + Fraunhofer IPA
  • Uni Dortmund
  • Uni Bremen
  • TU Berlin + Fraunhofer IPK
  • TU Darmstadt
  • TU Clausthal-Zellerfeld

Brasilien:

  • Bundesuniversität Santa Catarina (UFSC) + Stiftung CERTI (Koordination)
  • Universität Sao Paulo (USP)
  • ITA – Brasilianisches Institut für Luftfahrt-Technologie,  Sao José dos Campos
  • Bundesuniversität von Ceara (UFC)
  • Landesuniversität von Campinas (UNICAMP)
  • Bundesuniversität Rio Grande do Sul
  • Methodistische Universität von Piracicaba (UNIMEP)
  • Bundesuniversität von Bahia (UFBA)
  • Päpstliche Katholische Universität Paraná (PUC-PR)
  • Päpstliche Katholische Universität Rio de Janeiro (PUC-Rio)

Dokumente

Kontakt

Prof. R. Schmitt

RWTH Aachen

r.schmitt@wlz.rwth-aachen.de