Wissenschaftskooperation

Deutschland und Brasilien schlossen bereits 1969 ein Regierungsabkommen über die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit. Mit dem Deutsch-Brasilianischen Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 soll die langjährige und erfolgreiche Kooperation weiter gestärkt werden.

Quelle: Pixtal

Brasilien ist einer von Deutschlands wichtigsten Partnern in Südamerika

Die Kooperation zwischen Deutschland und Brasilien ist sowohl auf Regierungsebene als auch wirtschaftlich und kulturell gesehen ausgesprochen lebhaft. Bei dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brasilien im Mai 2008 wurde der "Aktionsplan der deutsch-brasilianischen strategischen Partnerschaft" beschlossen. Im Aktionsplan wird die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) als wichtiger Schwerpunkt der Beziehungen zwischen beiden Ländern genannt. Vor allem die Bedeutung der Forschungsbereiche mit Bezug zur Nachhaltigkeit wird für die WTZ der beiden Länder betont. Brasilien nimmt bei dem Forschungsdialog auf den EU-Lateinamerikagipfeln zwischen den Mitgliedsstaaten der EU und Lateinamerika eine Vorreiterstellung für die lateinamerikanischen Länder ein.


Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Brasilien basiert auf dem 1997 aktualisierten Rahmenabkommen zur wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung zwischen Deutschland und Brasilien, das unter anderem die Einbeziehung industrieller Partner in Kooperationsprojekte zwischen beiden Ländern vorsieht. Sie konzentriert sich auf die Bereiche Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeit, Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft, Gesundheit sowie auf die Zusammenarbeit in der Hochschul- und beruflichen Bildung. Eine Intensivierung der Kooperation auf den Gebieten Neue Materialien, Biotechnologie, Produktionstechnologie, Nanotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien wurde im Rahmen einer WTZ-Sitzung 2007 vereinbart.

Um neue Kooperationsprojekten in Forschung und Entwicklung zu initiieren, finden jährliche Förderbekanntmachungen statt. Die Förderung erfolgt auf deutscher Seite durch das Internationale Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (IB) und auf brasilianischer Seite durch den Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico und umfasst vor allem den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Aus den Fachprogrammen des BMBF werden zudem umfangreiche Forschungsvorhaben gefördert. Bedeutung von globalem Interesse fällt den Projekten der Umweltforschung und -technologie zu, einem der finanziell umfangreichsten Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien. Beispiele für besonders erfolgreiche Forschungsprogramme sind das Verbundvorhaben „Mata Atlântica“ zur Erforschung und Erhaltung der Küstenregenwälder und der Klimamessturm ATTO (Amazonian Tall Tower Observatory) im Amazonasgebiet.


Auch im Bereich der Bildung bestehen Kooperationen zwischen Deutschland und Brasilien. Über die Mittlerorganisationen der Hochschulzusammenarbeit, vor allem der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) auf deutscher Seite, werden mehrere Austauschprogramme der akademischen Zusammenarbeit mit Brasilien betreut. Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz verzeichnet 184 Hochschulpartnerschaften deutscher und brasilianischer Hochschulen.


Um die Wissenschaftskooperation zwischen Deutschland und Brasilien weiter auszubauen, haben beide Staaten das Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 initiiert.